Nie wieder Auschwitz: NSU #1

Ich setz mich bereits seit längerem mit dem Thema Innere Sicherheit auseinander und kann sagen: es ist kein Spaß. Was ich aber nun seit Bekanntwerden des sogenannten „NSU-Skandals“ so mitkriege, toppt vieles von dem, bei dem ich bisher dachte, dass es nicht schlimmer werden könnte.

Irgendwie fasse ich mir dann immer selber an die Nase und denke „Mensch, sei nicht so naiv, unterstell Deutschland nicht eine liberale Praxis, die es nie mehrheitlich gab“ – ich bin aber im Fall NSU wirklich sehr froh, dass selbst gut informierte Antifa-Gruppen zugeben, dass die NSU als paramilitärischer Todesschwadron des neonazistischen Spektrums für sie undenkbar war.

Denn auch wenn es innerhalb der Nazi-Szene nachweisbare Aufrufe gab, autonome Terrorzellen zu gründen, ist es für mich persönlich bis heute schwer umzusetzen, dass sich der nationalsozialistische Untergrund gegründet und über ein Jahrzehnt in Deutschland gemordet hat.

Es gibt eine Reihe von Fragen, denen ich hier in der nächsten Zeit nachgehen möchte, um dem Phänomen NSU differenzierter begegnen zu können:

  • Aus welchen Teilen des rechten Spektrums rekrutierte sich die NSU?
  • Welche Rolle spielten die staatlichen Sicherheitsbehörden in der Geschichte der NSU?
  • Welche politischen Forderungen lassen sich aus der Analyse der NSU ziehen?